MPU Ablauf

MPU Ablauf – was passiert bei der Untersuchung?

Du weißt nicht, was dich erwartet? Hier erklären wir den kompletten Ablauf Schritt für Schritt – damit du gut vorbereitet und ruhig hineingehst.

Die 3 Teile

Aus diesen Teilen besteht die MPU

Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist eine Pflichtuntersuchung nach schwerwiegenden Verkehrsverstößen. Sie dauert insgesamt meist 3–4 Stunden.

1

Medizinische Untersuchung

Internistisch-neurologische Untersuchung mit Blutbild und Leberwerten, ggf. Haar- oder Urintest. Bei der Alkohol-MPU wird der Abstinenznachweis geprüft. Dauer: ca. 30–60 Minuten.

2

Leistungstests

Computerbasierte Tests zu Reaktionszeit, Konzentration, Wahrnehmung und Belastbarkeit. Dauer: ca. 45–60 Minuten.

3

Psychologisches Gespräch

Befragung durch eine Psychologin oder einen Psychologen zu Vorgeschichte, Verhalten und Einstellung. Der entscheidende Teil – Dauer: 45–90 Minuten.

Deine Checkliste

  • Abstinenznachweis vollständig und korrekt
  • Persönliche Geschichte klar formuliert
  • Antworten auf typische Fragen geübt
  • Alle Unterlagen dabei
  • Ausgeruht und nüchtern erscheinen

Wie lange dauert die MPU?

Rechne mit etwa 3–4 Stunden für alle drei Teile zusammen.

Wann kommt das Ergebnis?

Das Gutachten kommt je nach Begutachtungsstelle nach einigen Tagen bis wenigen Wochen – per Post oder digital.

Negatives Ergebnis?

Kein Weltuntergang: Wir analysieren, was schieflief, und bereiten dich gezielt auf den nächsten Versuch vor.

Schritt 1: Die Anordnung durch die Fahrerlaubnisbehörde

Eine MPU macht man nicht auf eigene Faust. Sie wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, meist dem Landratsamt oder der Stadt, in der du wohnst. Das Gericht entzieht zwar die Fahrerlaubnis und setzt eine Sperrfrist, die MPU-Anordnung kommt aber von der Behörde – entweder während du noch einen Führerschein hast oder wenn du nach einer Entziehung die Neuerteilung beantragst.

Nach § 11 Abs. 6 FeV muss die Anordnung bestimmte Dinge enthalten: die konkrete Frage, die das Gutachten klären soll, die Gründe für die Zweifel an deiner Eignung, die in Frage kommenden Begutachtungsstellen und eine Frist. Außerdem muss dich die Behörde darauf hinweisen, was passiert, wenn du kein Gutachten vorlegst: Nach § 11 Abs. 8 FeV darf sie dann auf deine Nichteignung schließen.

Schritt 2: Akteneinsicht – bevor du irgendetwas anderes tust

Du hast das Recht, die Unterlagen einzusehen, die die Behörde an die Begutachtungsstelle schickt. Nutze es. In der Akte stehen die Tatsachen, mit denen die Gutachter arbeiten: Polizeibericht, Blutwerte, Urteil, frühere Einträge. Wer sie nicht kennt, bereitet sich auf eine Geschichte vor, die vielleicht gar nicht zur Aktenlage passt.

Die Einsicht beantragst du formlos bei deiner Fahrerlaubnisbehörde. Oft bekommst du Kopien gegen eine geringe Gebühr, manchmal musst du vor Ort einsehen. Eine Anwältin oder ein Anwalt kann die Akte ebenfalls anfordern. Notiere dir genau, was zu Promillewert, Uhrzeit, Ausfallerscheinungen oder Vorfällen festgehalten ist.

Schritt 3: Begutachtungsstelle wählen und beauftragen

Die Wahl der Begutachtungsstelle liegt bei dir. Infrage kommen nur amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF), zum Beispiel von TÜV, DEKRA, pima-mpu, AVUS oder anderen Trägern. Laut BASt waren 2022 bundesweit 13 aktive Träger tätig. Preise, Wartezeiten und Erreichbarkeit unterscheiden sich, ein Vergleich lohnt sich.

Du teilst der Behörde mit, für welche Stelle du dich entschieden hast. Die Behörde schickt die Akte und die Fragestellung dorthin. Den Auftrag erteilst du selbst, und du zahlst auch selbst. Daraus folgt etwas Wichtiges: Das Gutachten gehört zunächst dir. Viele Stellen fragen bei der Anmeldung, wohin es geschickt werden soll. Lass es an dich senden, nicht direkt an die Behörde.

Schritt 4: Unterlagen zusammenstellen

Was du mitbringen musst, hängt vom Anlass ab. Immer dabei sein sollten Personalausweis oder Reisepass und, falls du eine brauchst, deine Brille oder Kontaktlinsen. Bei Alkohol- und Drogenfällen sind die vollständigen Abstinenzbelege im Original entscheidend; ein einzelner fehlender Befund kann eine Lücke reißen.

Hast du an einer verkehrspsychologischen Beratung, einer Therapie oder einer Selbsthilfegruppe teilgenommen, nimm die Bescheinigungen mit. Bei medizinischen Fragestellungen braucht es aktuelle fachärztliche Befunde. Lege alles geordnet in eine Mappe, damit du am Tag selbst nicht suchen musst.

Schritt 5: Der Untersuchungstag mit seinen drei Teilen

Plane für den Termin etwa drei bis vier Stunden ein. Bei der Anmeldung zeigst du deinen Ausweis und bekommst Fragebögen zu deiner Person, deiner Gesundheit und dem Anlass. Beantworte sie sorgfältig und ehrlich, denn die Angaben werden später mit dem Gespräch verglichen. Die Reihenfolge der weiteren Teile ist nicht festgelegt.

Im medizinischen Teil untersucht dich eine Ärztin oder ein Arzt. Je nach Anlass werden Blutwerte bestimmt oder Proben genommen, und es gibt Fragen zu Krankheiten, Medikamenten und Konsum. Im Leistungsteil arbeitest du an einem Computer, häufig an einem standardisierten System wie dem Wiener Testsystem. Gemessen werden Reaktion, Konzentration, Wahrnehmung und Belastbarkeit unter Zeitdruck. Ein schwaches Ergebnis lässt sich in manchen Fällen durch eine Fahrverhaltensbeobachtung ausgleichen.

Das psychologische Gespräch dauert in der Regel bis zu einer Stunde. Hier wird geklärt, ob du verstanden hast, wie es zu deiner Auffälligkeit kam, was du seitdem geändert hast und warum diese Änderung stabil ist. Ausgeschlafen, nüchtern und pünktlich zu erscheinen, ist selbstverständlich – und hilft mehr, als man denkt.

Schritt 6: Die drei möglichen Ergebnisse

Das Ergebnis erfährst du nicht direkt am Termin. Das schriftliche Gutachten kommt nach Angaben des ADAC meist innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen, je nach Begutachtungsstelle per Post oder digital.

Fällt es positiv aus, wird die Eignung bejaht, und du kannst es bei der Behörde einreichen. Fällt es negativ aus, sehen die Gutachter die Zweifel nicht ausgeräumt. Dazwischen gibt es eine dritte Variante: die Empfehlung eines Kurses zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach § 70 FeV. Stimmt die Behörde vor Kursbeginn zu, genügt nach dem Kurs in der Regel die Teilnahmebescheinigung. Bei Punkte- und Straftaten-MPUs ist dieser Weg nach § 11 Abs. 10 FeV ausgeschlossen.

Zur Einordnung die bundesweiten Zahlen der BASt für 2024: Von 75.257 Begutachteten wurden 56,2 % als geeignet eingestuft, 4,4 % erhielten eine Kursempfehlung, 39,4 % wurden als ungeeignet bewertet.

Schritt 7: Erst lesen, dann einreichen

Bevor das Gutachten zur Behörde geht, lies es vollständig. Prüfe, ob die Angaben zu deiner Vorgeschichte stimmen und ob die Begründung nachvollziehbar ist. Bei einem positiven Gutachten reichst du es zusammen mit den übrigen Unterlagen ein, und die Behörde entscheidet über die Fahrerlaubnis.

Ein negatives Gutachten musst du nicht vorlegen. Bedenke aber die Folgen: Hast du noch eine Fahrerlaubnis und läuft eine Frist, darf die Behörde bei fehlendem Gutachten auf Nichteignung schließen und die Fahrerlaubnis entziehen. Bei einem Antrag auf Neuerteilung wird der Antrag ohne Gutachten in der Regel abgelehnt. Wie du in dieser Situation am besten vorgehst, etwa ob ein Zurückziehen des Antrags sinnvoll ist, besprichst du am besten mit der Behörde oder einem Anwalt.

Zeitplan: Wie lange der ganze Weg dauert

Vom Vorfall bis zur neuen Fahrerlaubnis vergehen fast immer Monate. Den Rahmen setzen die Sperrfrist des Gerichts oder bei Punkten die sechs Monate nach § 4 Abs. 10 StVG, bei Alkohol und Drogen zusätzlich ein Abstinenzzeitraum von häufig sechs oder zwölf Monaten. In Baden-Württemberg darfst du die Neuerteilung frühestens ein halbes Jahr vor dem Ende der Sperrfrist beantragen.

Danach brauchen Behörde, Aktenversand, Termin bei der Begutachtungsstelle und Gutachten zusammen noch einmal einige Wochen. Wer das von Anfang an einplant und früh mit Nachweisen und Vorbereitung beginnt, sitzt am Ende nicht monatelang ohne Führerschein da, nur weil ein Baustein zu spät angestoßen wurde. Genau diesen Plan erstellen wir in der MPU-Hilfe.

Häufige Fragen

Fragen zum Ablauf der MPU

Rechne mit etwa drei bis vier Stunden, inklusive Anmeldung und Fragebögen. Der medizinische Teil und der Leistungstest dauern jeweils meist unter einer Stunde, das psychologische Gespräch bis zu etwa einer Stunde. Wartezeiten zwischen den Teilen sind normal. Plane den Tag so, dass du nicht unter Zeitdruck gerätst.

Ja. Die Behörde nennt dir mögliche Stellen, du wählst aber frei unter den amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung. Du kannst nach Preis, Wartezeit oder Erreichbarkeit entscheiden. Teile der Behörde deine Wahl mit, damit sie die Akte dorthin schickt. Ein späterer Wechsel ist meist möglich, kostet aber Zeit, weil die Unterlagen erneut versendet werden müssen.

Nein, am Untersuchungstag gibt es kein offizielles Ergebnis. Manche Gutachter geben am Ende des Gesprächs eine Tendenz, verbindlich ist aber nur das schriftliche Gutachten. Es kommt meist innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Lass es an dich selbst schicken, damit du es vor der Weitergabe lesen kannst.

Wenn du das Gutachten nicht fristgerecht vorlegst, darf die Behörde nach § 11 Abs. 8 FeV auf deine Nichteignung schließen. Zeichnet sich ab, dass du die Frist nicht halten kannst, etwa weil ein Abstinenznachweis noch läuft, solltest du frühzeitig mit der Behörde sprechen. Manchmal ist eine Verlängerung möglich, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Ja, es gibt Übungsprogramme, die dem Aufbau der Testsysteme ähneln. Das nimmt die Unsicherheit, weil du das Format kennst. Wichtiger als Üben ist aber, ausgeschlafen und konzentriert zu kommen. Der Leistungsteil ist für die meisten nicht die Hürde – entscheidend bleibt das Gespräch.

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