Ratgeber

Abstinenznachweis für die MPU: Haaranalyse und Urinscreening erklärt

Bei vielen Alkohol- und Drogen-Fällen verlangt die Begutachtungsstelle einen lückenlosen Abstinenznachweis. Welche Methode gefordert ist und wie lange, hängt vom Einzelfall ab. Hier die wichtigsten Fakten – und die Fehler, die den Nachweis wertlos machen.

Haaranalyse oder Urinscreening – was ist der Unterschied?

Bei der Haaranalyse wird eine Haarprobe (meist 1 cm pro Monat) im Labor auf Abbauprodukte untersucht; sie deckt rückwirkend mehrere Monate ab. Beim Urinscreening gibst du über den Zeitraum verteilt kurzfristig einberufene, unangekündigte Proben ab, zum Beispiel vier Kontrollen in sechs Monaten. Beide Verfahren sind anerkannt – welches sinnvoll ist, hängt von Haarlänge, Fall und Vorgaben ab.

6, 12 oder 15 Monate – wie lange muss ich nachweisen?

Die Dauer richtet sich nach Promillewert, Vorgeschichte und ob eine Abhängigkeit im Raum steht: oft 6 Monate bei Ersttätern mit niedrigeren Werten, 12 Monate bei hohen Werten oder Wiederholung, bis zu 15 Monate in schweren Fällen. Entscheidend ist, dass der Nachweis lückenlos und formal korrekt ist – ein einziger Formfehler kann den ganzen Zeitraum unbrauchbar machen.

Die häufigsten Fehler beim Abstinenznachweis

Typische Fehler: zu spät begonnen, einen Kontrolltermin verpasst, Haare gefärbt oder gebleicht (kann die Analyse verfälschen), oder ein nicht forensisch anerkanntes Labor gewählt. Auch alkoholhaltige Lebensmittel oder Mundspülungen können Werte beeinflussen. Deshalb: früh, sauber dokumentiert und bei einem anerkannten Anbieter starten.

Zuletzt aktualisiert: 2026-08-24. Dieser Beitrag ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.

Häufige Fragen

So früh wie möglich – idealerweise sobald absehbar ist, dass eine MPU kommt. Verlorene Zeit lässt sich nicht nachholen.

Färben oder Bleichen kann die Haaranalyse beeinträchtigen. Sprich das vorher mit dem Labor ab.

In bestimmten Alkohol-Fällen ist statt völliger Abstinenz auch ein Nachweis kontrollierten Trinkens möglich – das hängt aber stark vom Einzelfall ab.

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